Deutsche Angelegenheiten

Deutsche Angelegenheiten
Dr. Koloman Brenners gesamtes berufliches Wirken ist von einer tiefen Verbundenheit mit der deutschen Gemeinschaft in Ungarn geprägt – sei es durch lokale Vereinsarbeit, wissenschaftliche Forschung, internationale Vertretung oder politisches Engagement. Sein Einsatz für die Bewahrung der Kultur und Rechte der deutschen Minderheit ist für ihn nicht nur eine wissenschaftliche, sondern zugleich eine öffentliche Aufgabe.
1968 – Familiärer Hintergrund
Koloman Brenner wurde in Ödenburg geboren, als Angehöriger einer traditionsreichen ungarndeutschen Familie. Die Kultur, Sprache und kollektiven Erfahrungen der Ungarndeutschen prägten sein Leben von frühester Kindheit an.
1992–1994 – Gemeinschaftsarbeit im Verband der Ungarndeutschen
Nach Abschluss seines Studiums wurde er Büroleiter des Verbandes der Ungarndeutschen in Ödenburg, wo er die kulturelle Arbeit und die Interessenvertretung der lokalen Gemeinschaft koordinierte.
1995–2017 – Arbeit in den Minderheitenselbstverwaltungen
Er nahm an den ersten Minderheitenselbstverwaltungswahlen 1995 teil und war in der Folge Mitglied der Deutschen Minderheitenselbstverwaltung in Ödenburg (1995–2011) sowie der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (1995–2017). Durch diese Gremien wirkte er direkt an der Interessenvertretung der deutschen Gemeinschaft in Ungarn mit, insbesondere bei der Vorbereitung und Leitung von Bildungs-, Kultur- und Medienprogrammen.
1996–2017 – Internationale Vertretung: FUEN-Delegierter
Als Delegierter bei der Föderalistischen Union Europäischer Nationalitäten (FUEN) vertrat er über viele Jahre hinweg die Ungarndeutschen. Dabei setzte er sich international für Minderheitenrechte ein und pflegte enge Kontakte zu anderen europäischen Minderheitengemeinschaften. Als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschadt deutscher Minderheiten in der FUEN (www.agdm.fuen.org) stzte er sich auf der europäischen Ebene für die besondere Forderung der traditionellen deutschen Minderheiten ein.
1998 – Kulturelle Interessenvertretung: Mitglied im VUdAK
1998 trat er dem Verband Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK) bei, der die ungarndeutsche Intelligenz und Kulturschaffenden unterstützt und die kulturelle Vermittlung fördert.
2002–2020 – Wissenschaft und Bildung
Als Germanist und Universitätsdozent befasste er sich vor allem mit dem sprachlichen Erbe der Ungarndeutschen, mit dialektologischen und phonetischen Besonderheiten. Zahlreiche seiner Publikationen thematisieren den Sprachgebrauch der deutschen Minderheit, Fragen der Mehrsprachigkeit sowie die Möglichkeiten sprachlicher und kultureller Bewahrung.
2018–2022 – Minderheitenschutz als Abgeordneter des Ungarischen Parlaments
Während seiner Parlamentsarbeit setzte er sich in besonderem Maße für die Rechte der nationalen Minderheiten ein. In seiner Tätigkeit in verschiedenen Ausschüssen – darunter der Ausschuss für nationale Zusammengehörigkeit sowie der Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten – plädierte er wiederholt für die Stärkung der kulturellen Autonomie der Minderheiten.