Wissenschaft

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Dr. Koloman Brenner ist ein ungarndeutscher Linguist, Germanist und Universitätsdozent, eine herausragende Persönlichkeit der ungarischen Germanistik. Seine Forschungsgebiete umfassen die Phonetik und Phonologie der deutschen Sprache, die deutsche und vergleichende Dialektologie sowie Fragen der Minderheitensprachen und der Mehrsprachigkeit. Im Jahr 2002 verteidigte er seine Dissertation an der Germanistischen Doktorschule der Philosophischen Fakultät der Eötvös-Loránd-Universität mit summa cum laude.
Seine akademische Laufbahn begann er 1993 am deutschen Lehrstuhl in Steinamanger (Szombathely), seit dem Jahre 2000 ist er am Germanistischen Institut der Loránd-Eötvös-Universität angestellt, wo er von 2000 bis 2007 als Universitätsadjunkt, ab 2007 als Universitätsdozent tätig ist. Zwischen 2006 und 2011 war er Beauftragter des Dekans, von 2011 bis 2015 Prodekan für strategische Angelegenheiten und von 2014 bis 2017 stellvertretender Direktor des Germanistischen Instituts der Philosophischen Fakultät. Darüber hinaus war er von 2012 bis 2016 Mitglied des Senats der ELTE. Er war zudem Gastdozent und Gastforscher an mehreren deutschen und österreichischen Universitäten, unter anderem in Greifswald, Bonn, Wien, Tübingen, Marburg und Regensburg.
Er ist Mitglied des Sprachwissenschaftlichen Ausschusses der Ungarischen Akademie der Wissenschaften sowie mehrerer wissenschaftlicher Gesellschaften, darunter der Verband Ungarischer Germanisten, die Internationale Gesellschaft für Dialektologie des Deutschen (IGDD) und der Wissenschaftliche Rat des Forschungszentrums für deutsche Mittel-, Ost- und Südosteuropa-Studien der Universität Regensburg. Zudem ist er Redaktionsmitglied der Wiener Sprachblätter sowie Mitglied des internationalen Herausgebergremiums der Online-Fachzeitschrift Intralinea.
Wichtigste Publikationen:
- Das Schulwesen der deutschen Volksgruppe in Ungarn (1994)
- Vergleichende Analyse der Plosive einer ungarndeutschen ostdonaubairischen Mundart und der normierten deutschen Hochlautung (1998)
- Abriß einer deutschen Phonetik: Handbuch für das Germanistikstudium mit deutsch-ungarischen Materialien (Mitautor, 1999)
- Die sprachliche Situation der deutschen Minderheit in West-Ungarn (2002)
- Plosives of the German dialects in Western Hungary (2004)
- Plosive der deutschen Dialekte in West-Ungarn: Eine kontrastive akustische Analyse (2004)
- Deutsche Phonetik. Eine Einführung (Mitautor, 2006)
- Ungarndeutscher Sprachatlas (Mitautor, 2008)
- Übungsbuch zur Phonetik der deutschen Sprache (Mitautor, 2014)
- Mi befolyásolja a német nyelvjárások használatát az elektronischen Medien? (2016)
- Deutsche Minderheit(en) und Institutionen (2018)
Seine wissenschaftliche Arbeit findet nicht nur in der ungarischen, sondern auch in der internationalen Fachwelt hohe Anerkennung. Er veröffentlicht seine Studien auf Ungarisch, Deutsch und Englisch. Seine Lehr- und Leitungstätigkeit versteht er als Dienst an der kulturellen und wissenschaftlichen Vertretung der ungarndeutschen Gemeinschaft. Als Mitglied des Ausschusses für Kultur, Bildung und Medien der Parlamentarischen Versammlung des Europarats war er Berichterstatter zu den Themen akademische Freiheit und Autonomie der Universitäten.